PRIVATDARLEHEN

Ein kurzer Einblick

Neue Möbel, Heimkino, ein Auto, eine Baufinanzierung, ein Urlaub, eine große Hochzeit oder nötige Modernisierungsmaßnahmen. Wer das nicht eben aus der Haushaltskasse bezahlen kann – was auf viele zutrifft – der muss sich Geld „besorgen“. Dies gelingt über ein Privatdarlehen. Ein solcher Privatkredit wird von Banken, aber auch von Privatpersonen meist zur freien Verwendung vergeben und über eine monatliche Rate zurückgezahlt. Wie bei allen anderen Krediten spielen hier die Kennzahlen Kreditlaufzeit, Zinssatz, Ratenhöhe und Kreditbeitrag eine Rolle. Die Besonderheit besteht jedoch darin, dass er für den privaten Bereich vorbehalten ist und nicht etwa in das eigene Unternehmen fließen kann.

Was ist ein Privatkredit?

Ein Privatkredit ist einfach gesagt ein Kredit an Privatleute, die diesen für nicht geschäftliche Zwecke nutzen möchten. Um für den privaten Gebrauch an Geld zu gelangen, gibt es im Wesentlichen zwei Optionen. Zum einen vergibt die Bank ein Privatdarlehen, also einen Kredit, was damit nichts anderes ist als ein gewöhnlicher Konsumenten- oder Ratenkredit. Die Filial- und Direktbanken gehören zweifelsfrei zu den wichtigsten Geldgebern.

Bei der anderen Möglichkeit erhält man einen privaten Kredit von anderen Privatpersonen bzw. einen oder mehrere private Kreditgeber (natürliche Personen). Hier bieten diverse Online-Plattformen (Vermittlungsplattformen auch Crowdlending-Plattformen) ihre Dienste an und bringen private Kreditnehmer und (häufig auch mehrere) Kreditgeber zusammen. Diese speziellen Online-Anbieter nennt man auch P2P-Kreditplattformen. „P2P“ steht hier für „Peer to Peer“, was nichts anderes bedeutet als „von Privatperson zu Privatperson“.

Auf dem ersten Blick einfacher erscheint die direkte Kreditvergabe zum Beispiel zwischen Familienangehörigen oder Bekannten. Aber Vorsicht! Das Sprichwort „Bei Geld hört die Freundschaft auf“ hat seine Berechtigung und nicht wenige Beziehungen, Bekanntschaften sind durch einen Privatkredit belastet. Etwa wenn das Geld nicht so schnell wie vereinbart zurückgezahlt werden kann, wenn der Schuldner es sogar überhaupt nicht zurückzahlen kann oder wenn der Gläubiger selbst in finanzielle Schwierigkeiten geraten sollte und sein Geld kurzfristig benötigt. Privatkredite bergen auch daneben ganz bestimmte Fallstricke, über die man sich im Klaren sein sollte.

Welche Voraussetzungen muss ich für einen Privatkredit erfüllen?

Das ist in erster Linie abhängig von der „Geldquelle“. Während die Kriterien für die Kreditvergabe bei einer Bank zumeist strenger sind, können Vermittlungsplattformen und Kreditgeber aus dem privaten Umfeld „flexibler“ sein.

Für einen Privatkredit von einer Bank gelten in der Regel für die Kreditvergabe folgende Voraussetzungen:

  • Der Kreditnehmer ist volljährig.
  • Der Wohnsitz ist in Deutschland.
  • Der Kreditgeber verfügt über eine deutsche Bankverbindung.
  • Es liegen keine negativen Schufa-Einträge vor = ausreichende Bonität.
  • Regelmäßiges Einkommen.

Viele Banken bieten Produkte im Bereich Privatkredit mit besonders günstigen Zinsen an, weil sie für einen speziellen Verwendungszweck geschlossen werden. Das ist beispielsweise bei einem Autokredit der Fall, weil das Fahrzeug während der Laufzeit als Kreditsicherheit dient. Der Haken an diesen speziellen Privatkrediten ist also der, dass der Kreditnehmer das geliehene Geld nur für den angegebenen Zweck einsetzen kann. Analog dazu gilt auch für Privatkredite, die für eine Umschuldung aufgenommen werden, also entsprechend einen bestehenden Kredit ablösen. Hier empfiehlt es sich, einen Termin bei einem spezialisierten Berater auszumachen.

Wie viel Geld eine Bank maximal an einen Kreditnehmer verleiht, also die maximale individuelle Kredithöhe, zu welcher Laufzeit, welchen Zinsen etc. ist von Bank zu Bank verschieden. Allein aus diesem Grund ist ein Privatkredit Vergleich absolut empfehlenswert, um herauszufinden, welche Konditionen bei welchen Geldinstituten zum eigenen Bedarf passen. Da viele Laien hier spätestens bei der Kalkulation die „Segel streichen“ müssen, ist es ratsam, sich professionelle Hilfe vom unabhängigen Berater bzw. Versicherungsmakler an die Seite zu holen.

Häufig leichter erhältlich sind Privatkredite über eine Vermittlungsplattform – so ist es vielfach auch möglich, sogar mit einem negativen Schufa Eintrag Geld zu erhalten. Ganz frei in der Gestaltung der Kreditbedingungen ist ein „echter“ privater Kredit von einem Geldgeber aus dem privaten Umfeld. Dieser private Kredit ist rechtlich nicht an formale Voraussetzungen und Kriterien gebunden. Es empfiehlt sich aber auch hier einen Vertrag mit eindeutigen und transparenten Vereinbarungen und Verbindlichkeiten festzuhalten.

Welche Vorteile und welche Nachteile hat ein Kredit von einer Privatperson?

Die grundsätzliche Idee und Chance bei einem Privatkredit liegt darin, dass er dabei hilft, seine Träume und Vorhaben umzusetzen bzw. finanzielle Engpässe ausgleichen, die man sich ohne ihn nicht oder nur schwer hätte erfüllen können. Stichwort: Urlaub in der Karibik, neues Auto, die Baufinanzierung, neue Küche, die eigenen vier Wände. Im Unterschied zur Bank, die strengere Kriterien für die Kreditvergabe vorgibt wie z. B. Bonität, sind Kredite von privat auch bei weniger guter Kreditwürdigkeit sowie für alle erhältlich, die kein regelmäßiges bzw. stärker schwankendes Einkommen haben.

Um das Risiko eines Kreditausfalls bei Kreditnehmern mit schlechterer Bonität auszugleichen, werden in diesen Fällen meist höhere Zinsen verlangt. Viele Künstler, aber auch Selbstständige und Freiberufler fallen darunter. Diese wird zwar auch geprüft, aber ist nicht unbedingt maßgeblich. Im Gegenzug wird ein privater Kredit zu häufig höheren Zinsen vergeben. Nicht zu vernachlässigen ist die unkomplizierte Abwicklung des Privatkredits: Von der Anfrage über die Einreichung aller Unterlagen bis zur Prüfung und Auszahlung vergehen oftmals nur wenige Tage. Das ist möglich, weil das Video-Ident-Verfahren und die Möglichkeit, Anträge online auszufüllen, den Antragsprozess enorm vereinfachen und beschleunigen. Wirklich zeitraubend ist der Vergleich der verschiedenen Anbieter von Privatkrediten.

Ganz ohne Bonitätsprüfung kommt der private Kredit durch ein Familienmitglied oder eine befreundete Person aus. Der Vorteil, dass die Kreditbedingungen frei ausgehandelt werden können und meist eher „kreditnehmerfreundlich“ ausfallen, kann sich allerdings auch schnell zum Negativen kehren, da für Kredite, die direkt zwischen Privatpersonen vergeben werden, die gesetzlichen Regelungen für Kreditgeschäfte nicht gelten und damit nicht vor Wucherzinsen etc. geschützt ist. Schriftliche Verträge schützen beide Seiten: Den Kreditnehmer, der den Zins genau kennt, und den Kreditgeber, der die Sicherheit hat, eine Rückzahlung notfalls auch rechtlich durchsetzen zu können.

Warum ist ein Kredit von Privatpersonen vorteilhaft für Selbstständige und Freiberufler?

Hier verlassen wir die Sparte: privat zu privat hin zum Kredit für Selbstständige bzw- Gewerbetreibende von privat. Häufig sind private Kreditgeber für Selbstständige und Freiberufler die einzige Möglichkeit, um einen Kredit zu erhalten. Wegen des niedrigen oder extrem schwankenden Einkommens fehlen ihnen gegenüber den Banken die nötigen Sicherheiten oder sie werden sogar rigoros ausgeschlossen. Nur wenige Banken bieten einen Privatkredit für Selbstständige an. Privatpersonen als Geldgeber hingegen fordern meist keine speziellen Sicherheiten bzw. haben keine speziellen Vergabekriterien. Allerdings sind die Zinsen im Vergleich höher als die bei der Bank.

Selbstständige nutzen den „Kredit ohne Bank“ zum Beispiel dann, wenn das Geld zwischenzeitlich nicht ausreicht, um die laufenden Betriebskosten zu bezahlen oder wenn eine dringende Innovation getätigt werden muss. Sind sie Existenzgründer, müssen sie zunächst genügend Geld beschaffen, um mit ihrem Start-up überhaupt loslegen zu können. Finanzielle Engpässe sind häufig tatsächlich nur vorübergehend und mit einer „Finanzspritze“ zu „heilen“. Darüber hinaus sind sie auch oftmals unverschuldet, wenn Kundenrechnungen nicht oder verzögert bezahlt werden, während die eigenen Verbindlichkeiten bedient werden müssen.

Typische Kredithöhen bei Vermittlungsplattformen sind wenige Tausend Euro bis zu niedrige fünfstellige Beträge. Nicht zu verachten ist die Option, Darlehen vorzeitig zu tilgen – je nach Vertrag ist das kostenlos, das heißt ohne Vorfälligkeitsentschädigung oder sonstigen Zuschläge. Wenn große Rechnungen endlich kundenseitig bezahlt wurden, kann dann der Kredit schneller wieder abbezahlt werden.

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Ein privates Darlehen – was ist bei einem Privatkredit zu beachten?

Die Laufzeit nicht zu lang wählen

Der Hintergrund ist der, dass je länger ein Darlehen getilgt werden muss, umso teurer wird es. Auch wenn niedrige monatliche Raten erst mal verlockend sind, können die Mehrkosten am Ende „schmerzen“. Der ideale, weil günstigste Privatkredit wird zügig getilgt.

Auf Sonderkonditionen achten

Sogenannte Sonderkonditionen sind längst Bestandteil von Kreditverträgen. Dabei kann es sich um Sondertilgungen, Ratenpausen, Tilgungsanpassungen (höhere / niedrigere Zinsen) handeln. Diese Sonderkonditionen können einzeln oder gesamt im Vertrag stehen und sie können kostenlos oder kostenpflichtig sein. Kostenlose Sondertilgungen sind für viele daher interessant, weil man damit punktuell (je nach Möglichkeit) über die monatliche Zinsrate hinaus etwas vom Kredit tilgen kann – ohne dass es eine „Strafe“ in Form von Vorfälligkeitsentschädigungen gibt. Die Möglichkeit der Anpassung der monatlichen Zinszahlungen oder Zahlpausen bietet genügend Flexibilität gerade für ungewisse wirtschaftliche Lagen.

Bonität verbessern

Häufig nimmt auch das Ergebnis der Bonitätsprüfung (Schufa) auf die zukünftige Zinshöhe. Daher ist es von Vorteil, wenn man die Kreditwürdigkeit möglichst verbessert. Ein probates Mittel ist Hinzunahme eines zweiten Kreditnehmers bzw. Bürgen. Gegenüber Banken, aber auch gegenüber einer Privatperson als Kreditgeber lässt sich damit das eigene Standing deutlich erhöhen.

Schriftlich festhalten

Dabei genügt ein einfacher, kurzer Vertrag, der vom Darlehensgeber und Darlehensnehmer unterzeichnet wird. Musterverträge gibt es online, es muss also nicht unbedingt ein Anwalt oder Notar eingeschaltet werden. Unbedingt festgehalten werden sollten die Höhe der Summe, der Auszahlungs- und Rückzahlungstermin sowie der Zinssatz. Dafür ist es auch von Vorteil, wenn die Summe nicht in bar verliehen wird, sondern per Überweisung mit dem Wort „Darlehen“ im Verwendungszweck ausgezahlt wird. Im Streitfall lässt sich damit beweisen, dass es sich nicht um eine Schenkung handelte. Um auf Nummer sicherzugehen, kann der Geldgeber auch eine Sicherheit wie den Fahrzeugbrief verlangen.

Was kostet ein Privatkredit?

Bei Krediten im privaten Umfeld verständigt man sich untereinander über den Zins. Dieser dürfte aus Verbundenheit, aber auch aus ganz praktischen Erwägungen angesichts des niedrigen Zinsniveaus sehr niedrig liegen bzw. man verzichtet ganz darauf.

Bei einer Kreditvergabe über ein Portal sind der Zins und die monatliche Rate abhängig von der Kreditsumme, der Laufzeit sowie der Kreditwürdigkeit. Darüber hinaus verlangen Portale in aller Regel eine Provision für die Vermittlung. Ebenso können zusätzliche Optionen wie flexible Rückzahlungsmöglichkeiten extra kosten. Häufig fallen dazu noch monatliche Kontoführungsgebühren (Servicegebühr) an.

Banken vergeben Privatkredite häufig zu günstigen Konditionen. Bei Immobilien und Autos haben Sie ja mit der Eintragung ins Grundbuch bzw. dem Kfz-Brief die nötige Sicherheit bzw. Absicherung, falls der Kredit nicht zurückgezahlt werden kann.

Beispielrechnung: Kosten für eine Privatkredit bei der Bank

Kredithöhe: 10.000 Euro für die neue Küche
Laufzeit in Jahren: 5 Jahre
Monatliche Rate: 207,54 Euro bei einer durchschnittlichen Verzinsung (bonitätsabhängig)
Kreditsumme: 12.452,10 Euro
Sonderkonditionen: jederzeit Sondertilgungen möglich

Das Beispiel zeigt, dass die neue Küche über 5 Jahre abgezahlt werden kann mit einem monatlichen Beitrag in Höhe von etwas mehr als 200 Euro. Nach der Laufzeit hat der Kreditnehmer 2.452,10 Euro an Zinsen gezahlt.

Was sich jeder leisten sollte und kann, lässt sich am besten so herausfinden: Zunächst sollten die monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden, um zu sehen, was vom Gehalt übrig bleibt. Dieser Restbetrag ist die maximal mögliche Höhe einer Rate, die dann auch die Laufzeit bzw. Kredithöhe beeinflusst.

Welche Steuern werden für Privatkredite fällig?

Unabhängig davon, ob der Kredit aus Gefälligkeit gewährt wird oder man sich mit abkömmlichen Ersparnissen auf einem Online-Kreditportal etwas Geld dazuverdienen möchte, müssen etwaige Zinserträge in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Es handelt sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen, die in der Anlage KAP eingetragen werden müssen. Dabei werden die eingenommenen Zinsen versteuert, welche sich aus dem Vertrag ergeben.

Grundsätzlich werden die eingenommenen Zinsen mit der Abgeltungssteuer belastet, die aktuell bei 25 Prozent liegt. Dieser Satz gilt pauschal, der individuelle Steuersatz der Einzelperson wird außer Acht gelassen. Dazu kommen noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und ggf. die gültige Kirchensteuer. Wurde der Sparerpauschbetrag (801 Euro für Singles, 1.602 Euro für Ehepaare) noch nicht vollständig ausgeschöpft, wird dieser vom Finanzamt automatisch berücksichtigt.

Steuern können auch im Falle einer Schenkung fällig werden. Wird der Privatkredit als zinsloses oder niedrig verzinstes Darlehen an ein Familienmitglied / Freund / Bekannten gegeben, könnte das Finanzamt diese Finanzspritze zur Immobilienfinanzierung möglicherweise als Schenkung werten. Wenn in diesem Falle die Schenkungsfreibeträge überschritten werden und der Kredit länger als zwölf Monate laufen, werden Steuern fällig.

Die Schenkungsfreibeträge im Überblick

Beschenkter Freibetrag
Ehepartner / eingetragener Lebenspartner 500.000 Euro
Kinder (auch Stief- und Adoptivkinder) / Kinder / Enkelkinder, deren Eltern verstorben sind 400.000 Euro
Enkel 200.000 Euro
Urenkel / Eltern, Großeltern bei Erbschaft 100.000 Euro
Nichten / Neffen, Geschwister, Eltern 20.000 Euro
Stiefeltern / Schwiegerkinder / Schwiegereltern 20.000 Euro
geschiedener Ehegatte bzw. Lebenspartner einer aufgehoben Partnerschaft 20.000 Euro
alle übrigen Personen 20.000 Euro

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