BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG

Ein kurzer Einblick

Fragt man bei seinem Versicherungsmakler des Vertrauens nach den wirklich sinnvollen Versicherungen, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung bei seriösen Anbietern immer dabei. Das liegt einfach daran, dass die eigene Arbeitskraft das höchste Gut ist und bestmöglich abgesichert werden sollte. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) springt nämlich dann ein, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen den bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bei einer BU-Versicherung erhält der Versicherte für die Dauer der Berufsunfähigkeit die vorab vereinbarte monatliche Rente. Es kann also sein, dass die Berufsunfähigkeit nur vorübergehend vorliegt. In vielen Fällen ist es jedoch gleichbedeutend mit dem „Ausfall “ bis zum Renteneintritt.

Hierbei ist auch nicht von Interesse, ob die Berufsunfähigkeit Folge eines Unfalls oder einer Krankheit ist.

Wichtig ist vielmehr, dass der Versicherte zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig ist, also gleich oder mehr als die Hälfte seiner ursprünglichen Leistungsfähigkeit verloren hat. Das äußert sich darin, dass wichtige Tätigkeiten als Teil der Arbeit nicht mehr ausgeübt werden können oder nur noch eine geringe Anzahl an Stunden geleistet werden kann.

Die BU wird in dem Fall gezahlt, wenn jemand in seinem zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich auf Dauer nicht mehr arbeiten kann und krankgeschrieben wird. Der Leistungsbezug aus der BU-Versicherung ist demnach an den letzten Beruf gebunden und wird im Normalfall unabhängig davon gezahlt, ob man einen anderen Job machen könnte.

Warum sollte ich mich gegen Berufsunfähigkeit versichern?

Wenn jemand berufsunfähig wird, kann er nicht mehr arbeiten und somit kein Geld mehr verdienen. Die Rechnung ist einfach: keine Arbeit, kein Einkommen. Diese finanzielle Lücke – auch bei Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente – lässt sich mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung schließen. Besonders deutlich wird die Wichtigkeit einer BU, wenn man bedenkt, dass eine (dauerhafte) Berufsunfähigkeit im Durchschnitt bei Frauen bereits mit 46 und bei Männern mit 48 Jahren auftritt. Dann sind es noch etwa 20 Jahre bis zur Rente, in der Einkommen fehlt, die irgendwie überbrückt werden müssen.

Berufsunfähigkeit kann alle – ohne Vorwarnung, ohne Zutun, ohne Schuld – treffen. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass inzwischen jeder fünfte bis vierte Beschäftigte nicht die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht. Besonders hart jedoch trifft eine Berufsunfähigkeit Berufsanfänger, denn in den ersten fünf Jahren ihrer Erwerbstätigkeit haben diese in der Regel keinerlei gesetzliche Rentenansprüche, also auch keinerlei Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente.

Diesen Versicherungsschutz bietet eine BU-Versicherung typischerweise:

  • eine monatliche Rente
  • eine schnelle und unkomplizierte Leistung durch die VBL/ZVK-Klausel (für Angestellte im öffentlichen Dienst)
  • keine abstrakte Verweisung möglich: man kann nicht auf einen unzumutbaren Beruf verwiesen werden
  • flexible Anpassungsmöglichkeiten und Nachversicherungsgarantien
  • einen weltweiten Versicherungsschutz

Gute BU-Verträge zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie auf eine abstrakte Verweisung verzichten: Demnach wird der Versicherer den Versicherungsnehmer nicht auf einen anderen Beruf verweisen, der ggf. noch ausgeübt werden könnte. Aber auch wenn der Versicherer nicht auf die abstrakte Verweisung verzichtet, kann z. B. ein Ingenieur nicht auf den Pförtnerberuf verwiesen werden. Der „Verweisungsberuf“ muss nicht nur gesundheitlich zumutbar, sondern auch dem zuletzt ausgeübten Beruf (finanziell) vergleichbar sein sowie die „soziale Stellung wahren“.

BU-Rente anpassen mit Nachversicherungsgarantie oder Dynamik

Das Wort „Beitragsanpassung“ hat für die meisten Versicherten immer einen bitteren Beigeschmack, da es sich zumeist um eine beschönigende Bezeichnung für Beitragserhöhungen handelt. Im Falle der BU sind mögliche Anpassungen der Berufsunfähigkeitsversicherung allerdings durchaus als positiv zu betrachten. Denn auch in 20 oder 30 Jahren soll das, was ursprünglich kalkuliert wurde, auch im „Ernstfall“ alle vorstellbaren Kosten und einen guten Lebensstandard decken.

Beispielsweise können neue Lebensumstände wie Heirat, Hausbau mit laufendem Kredit oder Familiengründung die Kosten eines ehemaligen Singles erhöhen. Ebenso führt die Inflation dazu, dass die ursprünglich vereinbarte Rente an Wert verliert. Mit einer sogenannten Nachversicherungsgarantie oder einer Dynamisierung der Beiträge lassen sich die Anpassungen problemlos und maßgeschneidert definieren und die Absicherung vertraglich festschreiben.

In vielen BU-Verträgen sind dynamische Beitragssteigerungen beispielsweise um 3 Prozent jährlich bereits eingeschlossen. Das heißt, die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsrente werden automatisch jährlich angepasst. Noch flexibler sind Nachversicherungsgarantien. Zu bestimmten Anlässen wie der Geburt eines Kindes oder einer Gehaltserhöhung kann der Versicherte seine BU-Rente hochsetzen. Hier gilt, dass eine erneute Gesundheitsprüfung nicht veranlasst wird, aber der Versicherer für den Teil der Rente, der aufgestockt wird, das aktuelle Lebensalter als Grundlage für die Kalkulation nimmt. Deshalb muss man damit rechnen, dass diese nachträglich erhöhte Rente mehr als eine gleich hohe Rente kostet, die von Anfang an so vereinbart wurde.

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Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nicht ausreichend

Diejenigen, die im entsprechenden Alter sind und denen noch ein gesetzlicher Berufsunfähigkeitsversicherungsschutz zusteht, gehen allesamt „stramm“ auf das Rentenalter zu. Begünstigt sind nämlich alle Versicherten, die vor 1961 geboren wurden. Für alle anderen tritt an diese Stelle die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Allerdings auch nur dann, wenn sie in den vergangenen fünf Jahren mindestens 36 Monate in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Ohne Berufsunfähigkeitsversicherung ist man bei Arbeitsunfähigkeit allein auf den Staat, also auf die Grundsicherung bzw. ggf. auf eine Erwerbsminderungsrente angewiesen. Dieser gesetzliche Schutz bei Berufsunfähigkeit reicht jedoch in aller Regel nicht aus. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente bemisst sich an der Stundenanzahl, die täglich geleistet werden können.

Restarbeitszeit pro Tag Erwerbsminderungsrente Ansprüche
< 3 Stunden voll max. 34 % vom letzten Bruttogehalt

 

3 bis 6 Stunden teilweise (halbe) max. 17 % vom letzten Bruttogehalt

 

6 Stunden oder mehr kein Anspruch kein Anspruch

 

Wie hoch die Erwerbsminderungsrente bei Arbeitsunfähigkeit ausfällt, steht in der jährlich zugesendeten Renteninformation.

Für Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger erscheint der private BU-Schutz besonders interessant, da sie einerseits innerhalb der ersten fünf Berufsjahre keine Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung geltend machen können (Der Zeitpunkt der ersten Renteninformation markiert den Anspruch) und in jungen Jahren von geringeren Beiträgen profitieren können.

Übrigens können / sollten auch Hausfrauen und Hausmänner über einen BU-Schutz zumindest nachdenken. Von ihnen wird das Risiko der Invalidität fast immer unterschätzt. Dass ihre Arbeit mit Haushaltsführung, Betreuung der Kinder etc., wenn diese im Krankheitsfall extern durch Kindermädchen oder Haushaltshilfe ersetzt werden muss, genauso ein Loch in die Haushaltskasse reißt, hatten viele Betroffene nicht im Blick.

Ab wann bin ich berufsunfähig und wer entscheidet über meine Berufsunfähigkeit?

Als berufsunfähig gilt man, wenn im aktuellen Beruf weniger als 50 Prozent der vorher erbrachten Arbeit geleistet werden kann. Außerdem muss zutreffen, dass die Berufsunfähigkeit (je nach gewähltem Tarif) mindestens sechs Monate ununterbrochen zu erwarten ist. Dafür müssen umfangreiche Unterlagen wie Atteste, Befunde, Diagnosen der behandelnden Ärzte vorgelegt werden, die den Krankheitszustand, die Funktionsbeeinträchtigung und die voraussichtliche Krankheitsdauer feststellen und nachweisen.

Was sind die Ursachen für Berufsunfähigkeit?

Für einen Bürojob braucht man doch keine BU, oder?

Früher war das vielleicht so, aber mittlerweile haben psychische Erkrankungen den Erkrankungen an Skelett- und Bewegungsapparat bei den häufigsten Ursachen von Berufsunfähigkeit den unrühmlichen Rang abgelaufen:

Tatsache ist, dass mindestens jeder fünfte Beschäftigte berufsunfähig wird. Die Inanspruchnahme der BU, der Leistungsfall, ist demnach gar nicht so unwahrscheinlich. Nach der Erhebung des renommierten Analysehauses Morgen & Morgen liegen die Gründe für Berufsunfähigkeit entgegen der häufigen Wahrnehmung nicht bei Unfällen (ca. 9 %), sondern bei Krankheiten wie Krebs (ca. 15 %) und Herz- und Kreislauferkrankungen (ca. 7 %). Hier werden insbesondere zu viel Stress am Arbeitsplatz ( ca. 32 %) immer bedeutender, was alle – mehr oder weniger körperlich Arbeitenden – betrifft.

Quelle: © MORGEN & MORGEN, Stand 05/2018

Wie hoch sollte die Absicherung bei Berufsunfähigkeit sein?

Zwei Diskrepanzen sollte man sich vor Augen halten. Erstens: Zwischen 20 und 25 Prozent werden im Laufe ihres Arbeitslebens berufsunfähig, aber weniger als 20 Prozent haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Zweitens: Die, die eine BU-Versicherung abgeschlossen haben, sind häufig unterversichert, das heißt, dass die finanzielle Lücke, die durch den Einkommensverlust entsteht, nicht durch die vereinbarte BU-Höhe und ggf. durch den Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gedeckt wird.

Die Höhe der im Falle des Falles ausgezahlten Rente sollte den gewohnten bzw. gewünschten Lebensstandard decken. Also die laufenden Kosten für Familie, Wohnung, Versicherungen und Lebensmittel finanzieren. Im Idealfall ist es der vollständige Einkommensersatz, als Faustregel sollte man etwa 75 Prozents seines letzten Nettoeinkommens absichern. Die Laufzeit der Versicherung soll idealerweise bis zum Beginn der Altersrente vereinbart werden.

Für die Festsetzung der Beiträge zur BU-Versicherung erfolgt immer eine risikogerechte Beitragskalkulation mit einer Gesundheitsprüfung. Hier spielen vor allem folgende Aspekte hinein:

  • Berufsgruppe und Berufsrisiko: körperliche Arbeit ist risikoreicher z. B. Maurer, Elektriker, Maler, Schlosser
  • medizinisches Risiko: Vorerkrankungen, Allergien etc.
  • riskante Hobbys: risikoreich sind z. B. Eishockey spielen, klettern, reiten
  • finanzielle Verhältnisse

Auf dieser Basis erfolgen dann die individuelle Risikoeinschätzung und die Festsetzung der (anfänglichen) Beitragshöhe.

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